Was ist die Culture Cloud?
In Niedersachsen bewahren Archive, Bibliotheken, Museen, Einrichtungen der Denkmalpflege und Forschungseinrichtungen eine große Vielfalt an Informationen über Geschichte, Kultur und Kulturerbe des Landes. Dazu gehören zum Beispiel Daten zu historischen Personen und Orten, zu Bau- und Bodendenkmälern, Museumsobjekten, Schriftstücken, Karten, Büchern, Nachlässen oder Forschungsergebnissen.
Viele dieser Informationen liegen bereits digital vor – allerdings oft an unterschiedlichen Orten, in verschiedenen Systemen und Formaten. Manche Daten sind für die Öffentlichkeit bisher nur schwer auffindbar oder gar nicht zugänglich. Genau hier setzt die Culture Cloud – Die Kulturdateninfrastruktur für Niedersachsen an.
Ziel des Projekts ist es, Kulturdaten aus Niedersachsen künftig zentral auffindbar, besser durchsuchbar und leichter nutzbar zu machen. Die Daten bleiben dabei weiterhin bei den jeweiligen Einrichtungen, werden aber über gemeinsame technische Lösungen und einheitliche Standards miteinander verbunden. So entsteht eine landesweite Infrastruktur, die den Zugang zu Kulturdaten für Wissenschaft, Kulturinstitutionen, Bildung, Kreativwirtschaft und interessierte Bürger*innen deutlich erleichtert.
Projektziele
- Zentrale kulturelle Dateninfrastruktur: Eine landesweite Plattform mit einheitlichen Schnittstellen zu Datenbeständen aufbauen, um einen dauerhaften Zugriff und eine zuverlässige Langzeitarchivierung zu sichern.
- Einheitliche Datenstandards: Entwicklung und Umsetzung einheitlicher Anforderungen, insbesondere für die Identifizierung von Entitäten wie Personen und Orten, um standardisierte Prozesse der Datenerstellung und -aufbewahrung zu unterstützen.
- Umfassende Datenerfassung: Ausbau der Infrastruktur durch systematische Einbindung zusätzlicher Kulturdaten, einschließlich Materialien, die derzeit nur in verstreuten digitalen Sammlungen oder in analoger Form verfügbar sind.
Warum ist das wichtig?
Kulturdaten erzählen etwas über die Geschichte und Identität Niedersachsens. Sie helfen dabei, historische Zusammenhänge zu verstehen, Orte und Personen miteinander in Beziehung zu setzen und neue Fragen an die Vergangenheit zu stellen. Gleichzeitig sind sie eine wichtige Grundlage für Forschung, Ausstellungen, Bildungsangebote, Denkmalpflege, regionale Geschichtsarbeit und kulturelle Projekte.
Die Culture Cloud versteht Daten deshalb als Kulturgut. Sie macht sichtbar, dass Geschichte nicht an einem einzigen Ort entsteht, sondern aus vielen Perspektiven, Quellen und Sammlungen zusammengesetzt ist. Damit spiegelt das Projekt auch die dezentrale Struktur Niedersachsens wider: Viele Einrichtungen tragen Wissen bei, das gemeinsam besser auffindbar und nutzbar wird.
Wie wird das Projekt umgesetzt?
Das Projekt ist in zwei Phasen gegliedert.
In der ersten Phase von Oktober 2025 bis September 2027 wird die technische Grundlage geschaffen. Bestehende Angebote und Systeme der Projektpartner werden miteinander abgestimmt, erweitert und verbunden. Außerdem wird geprüft, welche bereits digital vorhandenen Datenbestände später in die gemeinsame Infrastruktur übernommen werden können.
In der zweiten Phase von Oktober 2027 bis September 2030 wird diese Grundlage zu einer umfassenden Kulturdateninfrastruktur ausgebaut. Dann werden qualitätsgesicherte Daten aus den beteiligten Einrichtungen eingebunden, miteinander verknüpft und für unterschiedliche Nutzungen bereitgestellt. Dazu gehören auch Verfahren, mit denen Daten zu Personen, Orten oder Objekten besser vereinheitlicht und verbunden werden können.
Am Ende sollen die Daten über bestehende und neue Portale zugänglich sein – zum Beispiel über Kulturerbe Niedersachsen, den Denkmalatlas Niedersachsen oder weitere Fachportale wie ein künftiges Geschichtsportal. Zusätzlich sollen die Daten auch für nationale und internationale Plattformen wie die Deutsche Digitale Bibliothek oder Europeana bereitgestellt werden können.
Für wen ist die Culture Cloud gedacht?
Die Culture Cloud richtet sich nicht nur an Fachleute. Sie soll Forschenden ebenso helfen wie Museen, Archiven, Bibliotheken, Schulen, Vereinen, Kulturinitiativen, Kreativen und allen Bürger*innen, die sich für die Geschichte und Kultur Niedersachsens interessieren.
Sie schafft einen einfacheren Zugang zu Informationen, die bisher verstreut oder schwer auffindbar waren, und eröffnet neue Möglichkeiten, das kulturelle Erbe Niedersachsens zu entdecken, zu erforschen und weiterzugeben.